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Die Ortsteile Bullenheim, Herrnberchtheim und Ippesheim

Bullenheim

Der Ort wurde im Jahre 816 erstmals erwähnt. Graf Megingaud übereignete seine Besitzungen in Bullenheim an das Kloster Megingaudshausen (nördlich von Langenfeld bei Neustadt/Aisch). Von 1435 bis 1797 waren die Fürsten zu Schwarzenberg die Dorfherren. Das von ihnen errichtete sehenswerte Fachwerkrathaus bildet den Mitteilpunkt des Dorfes. 1797 ging die Herrschaft von den Schwarzenbergern auf das Königreich Preußen über. Im Zuge der Neuordnung Europas durch Napoleon Bonaparte fiel Bullenheim im Jahre 1806 an Bayern.

1971 beschlossen die Gemeinderäte von Bullenheim, Herrnberchtheim und Ippesheim die Zusammenlegung der drei eigenständigen Orte zur Gesamtgemeinde Markt Ippesheim. Bei der Landkreisneuordnung im Jahr 1972 wurde staatlicherseits aber anders entschieden. Im Zuge der Auflösung des damaligen Landkreises  Uffenheim wurde Bullenheim in den unterfränkischen Landkreis Kitzingen eingegliedert, dem Bullenheim schon einmal bis 1932 zugeordnet war. 1978 wurde Bullenheim dann endgültig in die Gesamtgemeinde Markt Ippesheim und damit in den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim eingemeindet.

Besucher Bullenheims werden, von Ippesheim kommend, schon am Ortseingang bei den "Drei Kreuzen" halt machen. Nach mündlicher Überlieferung sollen die drei Kreuze an drei Pfarrer erinnern, die im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) hier von durchziehenden Schweden erschlagen worden sein sollen. Von den drei Kreuzen bietet sich ein herrlicher Blick auf den Bullenheimer Berg mit der bekannten Weinlage "Bullenheimer Paradies", der sagenumwobenen Kunigundenkapelle und dem auf dem höchsten Punkt des Berges stehenden Aussichtsturm (472 m NN). Der Berg war schon vor mehr als 3000 Jahren in der Urnenfelderzeit besiedelt. Gold- und Bronzefunde können in Museen in Würzburg und München besichtigt werden.

Im Ort selbst sind die alte Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert und das historische Fachwerkrathaus von 1583 besonders sehenswert. An beiden Gebäuden sind die Wappen des Hauses Schwarzenberg zu finden. In der Kirche ist auch der Grabstein für Paul von Schwarzenberg (1572) erhalten. Dieser war der Besitzer des im Laufe der Jahrhunderte verschwundenen Schlosses in Bullenheim und der noch als Ruine vorhandenen Burg auf dem Hohenlandsberg, dem "Fränkischen Spiegel".

Kenner und Liebhaber fränkischer Weine haben viele interessante Möglichkeiten, edle Tropfen aus dem "Bullenheimer Paradies" erzeugernah zu probieren.

 

 

Herrnberchtheim

Im Jahr 1180 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die Grafen von Berchtheim waren damals die Ortsherren, ab 1373 hatte das Rittergeschlecht derer von Fronhoffen hier einen Wohnsitz. Viele Anwesen gehörten auch den Rittern von Ehenheim aus dem nahen Enheim. Im Jahre 1598, nach dem Aussterben des Ehenheimer Rittergeschlechts, teilten sich die Familien von Fronhoffen und von Wenkheim die Ortsherrschaft. Über die Jahrhunderte sind nicht weniger als neun Herrschaften nachweisbar, darunter auch die Herren von Westheim, die Reichsstadt Windsheim, das Hochstift Würzburg und das Fürstentum Ansbach-Brandenburg. Die Ritter von Ehenheim führten im Jahr 1528 die Reformation ein. Steinerne Epitaphe an der Kirchenmauer und im Inneren des Gotteshauses von Herrnberchtheim erinnern an verschiedene Ritter von Fronhoffen zu Berchthaym und Ortshonoratioren der Familien Grötsch, Heerlein und Markert.

Der größtenteils landwirtschaftlich strukturierte Ort erhielt bereits Mitte des 19. Jahrhunderts einen Bahnhof. Dies führte zur Ansiedlung von Lagerhäusern und eines Landtechnik-Betriebes. Der Bahnhof ist seit Jahrzehnten für den Personenverkehr wieder geschlossen. Die Ansiedlung von Unternehmen hat im nahe gelegenen interkommunalen Industrie- und Gewerbepark GOLLIPP an der Bundesautobahn A 7  neue Perspektiven für eine dynamische Entwicklung geschaffen.

Herrnberchtheim zeigt sich als freundlicher Ort mit vielen typischen Fachwerkbauten. Ein besonders schönes Exemplar eines typisch fränkischen Bauernhauses wurde abgebaut und im Freilandmuseum Bad Windsheim originalgetreu wieder errichtet.

 

 

Ippesheim

Ippesheim liegt in einem der fränkischen Urgaue, dem Iffgau, eingebettet in eine abwechslungsreiche Umgebung mit Weinbergen, Wäldern und Wanderwegen. Ippesheim befindet sich an der mittelfränkischen Bocksbeutelstraße in "Frankens gemütlicher Ecke" und gehört zum Naturpark Steigerwald.

Der alte Weinort wurde bereits im Jahre 820 erstmals in einer noch heute vorliegenden Urkunde des Klosters Fulda erwähnt. Das Kloster besaß hier "Ackerland, Vieh, sechs Hörigenfamilien und zwei Weinberge". Heute stehen in Ippesheim ca. 50 Hektar Weinberge im Ertrag. Die Weinlage "Herrschaftsberg" hat unter Weinkennern einen guten Namen und wurde vielfach mit  Auszeichnungen prämiert.

Besucher werden von dem weither sichtbaren, nachts beleuchteten Turm der Kirche Heiligkreuz begrüßt. Der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert, das Schiff der alten Wehrkirche wurde in den Jahren 1570 bis 1580 durch den damaligen Dorfherren Veit von Lichtenstein neu erbaut. Eines der Kirchenfenster enthält die "Lutherrose" aus dem Jahr 1670, die an die frühe Einführung der Reformation anno 1530 erinnert. Neben der Kirche steht das restaurierte Schloss, es dient als Rathaus und Kindergarten. Das Schloss wurde 1559 erstmals erwähnt und wechselte oft den Besitzer, bis es 1898 in das Eigentum der Gemeinde überging. Gebäude wie die alte Zehntscheune erinnern an die verschiedenen Dorfherren und die Verbindung von Ippesheim zum nahen Schloss Frankenberg.

In den vergangenen Jahren hat sich das Ortsbild deutlich gewandelt: Die landwirtschaftlich geprägte Struktur wich der eines modernen und attraktiven Weinortes mit leistungsfähigen Gast- und Heckenwirtschaften, mit vielen Direktvermarktern und gemütlichen Privatquartieren sowie einem einladenden Gästehaus. Ausflugsbesucher und Touristen schätzen die gut markierten Wander- und Weinwanderwege mit stilgerechten Bauten für die Rast und zur Information.